20. Mai 1941

German paratroopers jumping From Ju 52s over Crete
Luftlandung deutscher Fallschirmjäger auf Kreta. Mit der Schlacht um die griechische Insel am 20.-31. Mai 1941 endete die Eroberung Griechenlands. Fotograf unbekannt, from the collections of the Imperial War Museum collection 4700-33, Bildnummer E 3265E , gemeinfrei über Wikipedia, 05.2016.
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Dienstag, am 20. Mai 1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Mein lieber, liebster [Roland]!

Herzlieb Du!! Heute ist ein Feiertag! Du!!

Ich schreibe Dir heute meinen 200. Brief.

Das heißt, seit Du Soldat bist! In Wirklichkeit habe ich Dir schon viel mehr geschrieben. Ach ja, Du! Ich könnte mich freuen darum, über diese große Zahl. Aber ich kann‘s nicht, viel lieber wäre mir ja, Du wärst bei mir und ich könnte Dir alles sagen, Herzlieb! Du!! Ob ich wohl die 300 auch noch vollmache? Weiterlesen!

19. Mai 1941

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Montag, am 19. Mai 1941.

Mein Herzlieb!

Da hatte ich mir nun für heute ein Programm aufgestellt und als ich [um] ½ 8 Uhr erwache, herausspringe aus dem Bett, um schnell nach Mutsch zu seh[e]n, da war der Vogel schon ausgeflogen und das Nest leer! Ich wußte nicht, was ich denken sollte. Vater kam aus dem Keller – der hat diese Woche Nachtdienst und ist darum heute zu Haus – ich frage ihn nach Mutsch. „Ach, die ist schon in’s Geschäft! Es war ihr wieder wohl!“ [Du] Kannst Dir wohl denken, wie froh [ich] da war! Herzlieb! Mir gefällt’s nämlich nicht, wenn die Mutsch krank ist. Da fühle ich mich so bedrückt! Ich hab[‘] sie gerne mal daheim, aber nur nicht krank! Weiterlesen!

18. Mai 1941

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Sonntagabend, am 18. Mai 1941

Mein geliebtes, teures Herz! Mein lieber, guter [Roland]!!

Das Briefpapier ist alle und ich habe nirgends in der Stadt welches auftreiben können. Erst kommende Woche bekommen die Geschäfte wieder welches herein. Aber dies hier verrichtet es auch einmal, ja? Wenn es nur so beschaffen ist, daß mein Herzlieb alles Liebe erkennen kann, das ich ihm schreiben und sagen will! Dann ist’s schon gut. Weiterlesen!

17. Mai 1941

Bundesarchiv Bild 183-J06142, Verleihung des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter
Der Muttertag hatte seit 1933 politisch gewollt an Bedeutung gewonnen, wie hier am Foto von einer Verleihung des Mutterkreuzes am 17. Mai 1943 ersichtlich. Foto Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst – Zentralbild (Bild 183), gemeinfrei über Wikipedia von Bundesarchiv, Bild 183-J06142 / CC-BY-SA 3.0, 06.2016.
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Sonnabend, am 17. Mai 1941.

Mein geliebtes, teures Herz!  Du mein lieber, guter [Roland]! Herzlieb Du!

Eben ist die Zeitungsschau vorbei und die Nachrichten. Ja – so weit war ich gekommen mit meiner Schreiberei. Da rief mich die Mutter weg, daß ich ihr doch helfen soll, zwei solche Rührkuchen ohne Butter zu backen, für uns[e]re beiden Großmütter zum Muttertag morgen. Es gibt ganz selten Blumen bei uns hier durch die anhaltende Kälte und als ich mit meiner Gärtnersfrau sprach, ob sie denn keine Muttertagssendung von Chemnitz bekäme, wie immer, da meinte sie, daß die heuer auch nur ganz minimal ausfiele und soo [sic] viele Soldaten hätten ihr den Auftrag aus dem Felde gegeben, daß sie selbiger Mütter bedenken soll – haben auch gleich das Geld mit beigelegt. Und so würde ihr kleiner Vorrat  gleich für Soldatenmütter draufgehen. Weiterlesen!

16. Mai 1941

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Freitag, am 16. Mai 1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Mein lieber, liebster [Roland]! Du!!!

Herzlieb! 2 liebe Boten von Dir sind heute früh zu mir gekommen. Ich habe mich ganz sehr darüber gefreut, Du!! Und ich danke dir recht herzlich dafür! Vom 1. Und 2. Mai sind sie, und alle beide doch erst am 15. Mai abgestempelt! Soo [sic] lange haben die nun gelegen, ehe sie auf Reisen gingen! Weiterlesen!